„ Die Peruaner haben ganz schön geschaut …”

„Nach der Schule war ich mir lang unsicher, was ich machen soll, richtig getaugt hat mir nix. Im zehnten Schuljahr war ich dann in der Poly Weiz im Fachbereich Metall/Elektro, und das hat mir gleich Spaß gemacht“, erzählt Bettina. Nach einer Aufnahmeprüfung, in der das Wissen über technisches Verständnis, Mathe, geometrisches Zeichnen und Englisch abgefragt wurde, bekam Bettina eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch. Wichtig ist laut Bettina auch das handwerkliche Geschick in dieser Lehre.

„Als Mädel sollte man außerdem nicht zu eitel sein. Mit lackierten Fingernägeln und topgestylt ist das nichts, und die blaue Arbeitsmontur muss jeder tragen.“ Mathe jedoch spielt keine so große Rolle. „Ich war in der Hauptschule nie gut in Mathe, in der Berufsschule dagegen habe ich immer ein Sehr gut gehabt.“ Wichtig ist, dass man weiß, wie die Geräte zusammenspielen: „Du musst halt wissen, wofür du welches Werkzeug brauchst.“ Das lernt man unter anderem in der Berufsschule in Eibiswald, die man über die 3,5 Jahre Lehrzeit hinweg besucht. Auch die Grundlagen der Metallverarbeitung und der Elektrotechnik sind ein großes Thema.

Die APeruanerrbeiten steigern sich nach jedem Lehrjahr und werden immer komplizierter. Am Anfang lernt man die Firma kennen und kommt mit jedem Bereich in Kontakt. Im zweiten und dritten Lehrjahr hilft man pro Jahr in fünf Abteilungen mit, um den Ablauf zu verstehen. An Spezialmaschinen arbeiten Lehrlinge nur unter Aufsicht. „Man muss immer gut aufpassen und genau und gewissenhaft arbeiten, der Schaden ist auch bei einem kleinen Fehler gleich ziemlich groß.“ Im vierten Lehrjahr wird man einer Abteilung zugeteilt, in der man nach der Lehrabschlussprüfung mitarbeitet.

Bettina ist mit ihrem Job sehr zufrieden. „Mir gefallen die geregelten Arbeitszeiten, die Maschinen und Produkte und es gibt super Aufstiegschancen, zum Beispiel zum Abteilungs- oder Schichtleiter.“ Auch die Lehre mit Matura ist eine gute Möglichkeit, um voranzukommen. Nach der LAP könnte man nach der Berufsreifeprüfung auch eine Meisterschule machen. Dass die Branche männerdominiert ist, ist kein Geheimnis. „Das war für mich nie ein Problem, in der Poly waren wir auch nur wenige Mädchen. Außerdem ist das Verhältnis zu den Jungs sehr viel entspannter. Wenn‘s wirklich mal ein Problem gibt, wird einmal geschrien und vielleicht ein bisschen gefetzt und es passt wieder.“

Eine besondere Erfahrung hat Bettina auf Montage in Peru gemacht: „Ich war weit und breit das einzige Mädchen, für unsere Jungs ist das normal, aber die Peruaner haben ganz schön geschaut.“ Interessierten rät Bettina, auf jeden Fall in unterschiedliche Betriebe hineinzuschnuppern.

JULIA EDER

INFO

www.berufslexikon.at

 Foto: alexwhite/Shutterstock

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