Ergotherapie: kleines Glück und große Hilfe

Daniel Brodtrager, 24, und Lisa Wetzlmair, 22, sind zwei junge Ergotherapeuten im LKH Graz. die checkit.jugendredaktion durfte sie besuchen und hat Interessantes über diesen Beruf erfahren.

„Der Grundgedanke in der Ergo­therapie ist, dass man Menschen dabei unterstützt, wieder im Alltag zurechtzukommen“, erklärt Daniel. „Man übt also mit den Patienten, damit sie ihren persönlichen Alltag und alles, was dazugehört, wieder so selbstständig wie möglich gestalten können.“

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Daniel zeigte uns den Therapiegarten. Foto: Carina Seifen

Ergotherapie hilft Menschen in jedem Alter, die nach einem schweren Unfall, einem Schlaganfall oder Ähnlichem in ihren Alltagshandlungen eingeschränkt sind, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Dies kann mit gezieltem Training und Hilfsmitteln erreicht werden. Um den Alltag so gut wie möglich nachstellen zu können, stehen im LKH viele Materialien und Räume zur Verfügung. Von einer Küche über einen Computerraum bis hin zur Werkstatt.

„Besonders stolz sind wir auf unseren Garten“, sagt Daniel. Viele Gespräche mit Patientinnen und Patienten finden hier statt, in freundlicher und ruhiger Umgebung.

Auf den Beruf Ergotherapeut/in wurden Lisa und Daniel mehr oder weniger zufällig aufmerksam. Lisa war selbst eine Zeit lang in Behandlung bei einer Ergotherapeutin. So lernte sie den Beruf kennen und schnell wurde ihr klar, das ist das Richtige für sie.

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Die Holzwürfel helfen Menschen dabei, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Foto: Carina Seifen

Nicht die/der Therapeut/in bestimmt die Ziele der Behandlung, sondern die Betroffenen selbst: „Wir richten uns völlig nach den Patienten und das motiviert sie zusätzlich“, erklärt Daniel. „Die Alltagsabläufe sind sehr komplex, auch geistige und psychische Aspekte spielen eine wichtige Rolle dabei. Wer seinen Tag nicht mehr selbstständig gestalten kann, fühlt sich nicht wohl und das führt auch zu Problemen auf sozialer Ebene“, sagt Lisa und nennt als Vergleich: „Man muss sich vorstellen, man liegt mit 40 Grad Fieber im Bett und kann selbst nichts mehr tun, das hält man auch kaum aus.“

Ergotherapie ist also „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie es Daniel ausdrückt. Wichtig für den Beruf sei vor allem die Liebe zum Menschen und die Freude daran, mit ihm zu arbeiten.

„Reich wird man in dem Beruf nicht, aber man bekommt von den Menschen so viel Dankbarkeit, darum ist der Job einfach super.“ Daniel arbeitet Vollzeit und hat zwischen sieben und zehn Patientinnen und Patienten am Tag. Die Zeit, die er sich für jede/n einzelne/n nimmt, kann er sich selbst einteilen. „Die schönsten Erlebnisse als Ergotherapeut sind die kleinen Glücksmomente, die man mit dem Patienten erlebt“, sagen die beiden. Daniel erzählt von einer älteren Dame, die kaum sitzen konnte und emotional am Tiefpunkt angekommen war. Er gab ihr das Hochzeitsalbum ihrer Enkelin in die Hand, das immer auf einem Tischchen neben ihr lag. „Und mit der Motivation, sich dieses Fotoalbum anzuschauen, gelang es ihr, sich aufzusetzen und es selbst durchzublättern. Fast eine Stunde lang.“

Ergotherapeuten

Auch diese Handschienen werden von Ergotherapeutinnen und -therapeuten hergestellt. Foto: Carina Seifen

CARINA SEIFEN & ROMANA JANTSCHER

INFO

Nach der dreijährigen Ausbildung schließt man mit einem Bachelor of Sciene ab und kann sofort in den Job einsteigen. Aufgrund der limitierten Ausbildungsplätze stehen die Jobchancen gut.
Ergotherapie auf www.fh-joanneum.at

Fotos: Carina Seifen

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