EFD – Europäischer Freiwilligendienst im Ausland als Zivildienstersatz: Luca probiert’s aus

Als Ersatz für den Zivildienst gibt es eine zunehmend beliebte Möglichkeit bei steirischen Burschen: mit dem EFD-Europäischen Freiwilligendienst ab ins Ausland. Luca hat die Chance ergriffen und die Welt und sich selbst noch besser kennengelernt.

Der Europäische Freiwilligendienst bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich in gemeinnützigen Projekten und Organisationen im Ausland zu engagieren und wird durch das EU-Programm „Erasmus+: Jugend in Aktion“ gefördert. Luca Mark aus Graz ist 20 Jahre alt und gelernter Koch. Schon 2015 war er mit Erasmus+ unterwegs und heuer startet er im Mai nach Dänemark, um auf der Insel Fyn in Aarup bis April 2018 mit mental Benachteiligten zu arbeiten. In unserem checkit-Interview erzählt er über seine Reiselust.

Warum hast du dich für den Weg entschieden? Wo liegen für dich persönlich die Vorteile?
Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil die Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt nicht wieder einfach so kommt. Wenn es dann noch als Zivildienstersatz zählt, ist das für meinen Geschmack einer super Chance, die Welt ein bisschen besser kennenzulernen und auch sich selbst.
Denn eines steht glaube ich fest, man wird sich nie so sehr mit sich selbst auseinandersetzen müssen/dürfen, wie in einem EFD. Versteh mich nicht falsch, es ist auf jeden Fall harte Arbeit, einen EFD im Ausland zu finden, aber der Aufwand wird meiner Meinung nach mehr als entschädigt!
Ein EFD ist eine erstklassige Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern, auch wenn das mittlerweile schon ein bisschen schrullig klingen mag. Aber ich freue mich, eine andere Kultur, Sitte, andere Gebräuche, Landschaften und was nicht sonst noch alles kennenzulernen. Außerdem sollte man seinen Wunsch ins Ausland zu gehen – den ja viele junge Leute haben – nicht aufschieben. Denn irgendwann ist es zu spät, und warum sollte man den EFD dann nicht einfach als Zivildienstersatz oder einfach so nutzen? Ein weiterer persönlicher Grund für die Entscheidung ist der, dass ich gerne eine neue Sprache lernen würde und da gibt es einfach nichts Besseres als in dem Land selbst zu leben.

Welchen Rat gibst du jenen, die sich auch bewerben möchten?

Freiwilligendienst

Kingsand in Cornwall in Großbritannien. Mein einmonatiges Erasmus+ Projekt. Dort haben wir Kurzfilme gedreht.

Es gibt tatsächlich einige Steine am Weg des Bewerbungsprozesses. Ich würde denen, die sich bewerben, raten, dass sie sich auf jeden Fall sicher sein sollten, einen EFD machen zu wollen. Ansonsten wird man (wahrscheinlich) kein Projekt finden, und man hat nur seine Zeit verschwendet. Aber dafür gibt es ja bei der LOGO Jugendinfo Kennenlerntage, an denen man alles erfährt, was man wissen möchte bzw. sollte, um besser entscheiden zu können, ob ein EFD zu einem passt oder nicht.

Dann gehts ans Bewerben. Hierfür empfehle ich einen guten Kontakt zu LOGO sowie eventuell jemanden in der Familie, der einen ein bisschen unterstützt und mit dem man einfach über den EFD reden kann. Denn einen EFD zu finden ist gar nicht so einfach: Es gibt eine Datenbank mit allen gelisteten Projekten, wobei die meisten auf Englisch sind, bei denen man sich dann bewerben kann. Die Bewerbungen muss man auf Englisch schreiben oder in der jeweiligen Landessprache, wobei jeweils der Lebenslauf und ein Motivationsschreiben der Bewerbung angehängt wird.

Je früher man mit der Suche beginnt, desto besser. Ich persönlich würde ein bis eineinhalb Jahre zuvor beginnen. Ausnahmen bestätigen die Regel, alles ist möglich, auch in ein paar Monaten kann man eventuell ein Projekt finden, aber da sollte man nicht mehr wählerisch sein, was Land und Tätigkeit betrifft. Es gibt auch oft einen „Last-Minute-Call“ für Projekte, bei denen jemand abgesprungen ist, oder die noch keinen Teilnehmer gefunden haben. Auch hier einfach mal bei LOGO nachfragen, dann hat man schon mal viel mehr Durchsicht im Themenwald EFD.

Wo liegt für dich der Reiz am Unterwegssein? Was zieht dich in die Fremde? Oder bleibst du vom Gefühl her eh „zu Hause in Europa“?

FreiwilligendienstMan ist immer dort zu Hause, wo man glücklich ist. Glücklich mit dem, was man tut, wer einen umgibt und wo man sich befindet. Man sollte sich schon zutrauen, eine Zeit lang ohne Familie und Freunde in die Ferne zu reisen. Ich denk mir einfach, dass viele Menschen verlernt haben, auf sich selbst zu hören und ich freue mich, meine eigenen Erfahrungen im Ausland sammeln zu dürfen und kann nur jedem empfehlen, sich zu fragen, was man wirklich tief im Inneren möchte.

Deine Ziele und Erwartungen?
Mein persönliches Ziel ist es, zu lernen auf mich zu hören, um darauf später in meinem Leben zurückgreifen zu können, falls ich einmal zwischen Vernunft und Gefühl entscheiden muss. Und ich hoffe, dass mein Gefühl stark genug ist. Erwartungen kann man viele haben, ich versuche mich auf alles einzulassen, freue mich auf nettes Miteinander in meinem Projekt und bin überzeugt davon, dass passieren wird, was für mich passieren soll.
Ich möchte meinen Horizont erweitern, eine neue Sprache lernen und am allerwichtigsten mich besser kennenlernen.

Was bedeutet für dich „Heimat“?
Heimat ist meiner Auffassung nach ein Begriff, der im Allgemeinen nur umschreibt, dass man sich wohlfühlt.

 

fyi – for your info

Die Mindestdauer für den EFD als Zivildienstersatz beträgt zehn Monate. Im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes (EFD) kann der Zivildienst-Ersatz nun auch in einem Jugendzentrum in Finnland, einem Naturschutzpark in Spanien oder einem Pflegeheim in Litauen usw. geleistet werden.

Wie man erfolgreich ein Projekt finden kann und was es zu beachten gilt, erfährt man bei Klaus Buchner im LOGO Jugendmanagement:

LOGO Jugendmanagement, Graz, Karmeliterplatz 2
klaus.buchner@logo.a
Fragen und Antworten zu EFD
EFD

EU flag-Erasmus+200

 
 
 

Fotos: Luca Mark

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