Lehre: Andrea ist die Regisseurin des Transports

Sie sitzt als Spediteurin im Reisebüro für weltweiten Waren- und Güterverkehr: Andrea Fink hat die Lehre zur Speditionskauffrau gemacht und organisiert Transporte aller Art.

Ware von A nach B zu bringen, mag unspektakulär klingen, doch das Gegenteil ist der Fall, weiß Andrea Fink. Sie hat die Lehre zur Speditionskauffrau absolviert. Fahrzeuge, Pharmazeutika, Maschinen, Elektroartikel, Umzugsgut und ja, sogar Ebolaviren hat sie schon verschickt. Per Bahn, Lkw, Flugzeug und Schiff.

Sie bewegen die Welt

„Ich kann sehr wohl sagen, dass es mein Traumjob ist“, schwärmt die 25-Jährige, die zuvor Krankenschwester oder Kfz-Mechanikerin werden wollte. Das coolste am Job? „Die Abwechslung. Einen Arbeitsalltag gibt es nicht. Man lernt jeden Tag Neues, hört von Ländern, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt, ist stets mit unterschiedlichen Aufgaben und Nationalitäten konfrontiert, trägt zum Welthandel bei. Unglaublich spannend!“

Was aber macht eine Speditionskauffrau genau? „Meine Hauptaufgabe ist die Ermittlung des optimalen Verkehrsweges, um Güter schnell, sicher und preisgünstig vom Verkäufer zum Käufer zu bringen.“ Andrea kennt die Zollbestimmungen und -verfahren, Umschlagplätze, Transportmodalitäten und Klauseln; weiß, wann sich welches Transportmittel lohnt, entscheidet und koordiniert demnach. Sie ist so was wie die Regisseurin des Transports.

Die Lehrzeit dauert drei Jahre. Neben üblichen Fächern wie Deutsch, Englisch und Religion wird im Fachunterricht spezielles Wissen aus Logistik und Speditionswesen gelehrt. Wem der logistische Bereich besonders liegt, kann nach erfolgter Lehrabschlussprüfung ein viertes Lehrjahr anhängen und Speditionslogistiker/in werden. Mittels „Lehre mit Matura“ kann man sich auch die Option zum Studieren freihalten.

Wien, Hongkong …

Andrea hat ihre Lehrabschlussprüfung 2008 mit gutem Erfolg abgeschlossen und ist bereits seit zehn Jahren im selben Unternehmen tätig. Qualifikationen, die man mitbringen sollte …? „Englischkenntnisse, Teamfähigkeit ebenso wie Selbstständigkeit und vor allem logisches Denken.“

Wissen vertiefen und erweitern kann man im Rahmen von Kursen. Andrea beispielsweise hat den Gefahrengut- sowie Zollkurs besucht und hat dadurch ein größeres Aufgabengebiet und mehr Entscheidungsspielraum. Eifer und Einsatz werden auch belohnt. So bekam sie von ihrem Chef 2011 die Chance, an einer internationalen Spediteur-Konferenz in Hongkong teilzunehmen. „Ein richtiger Kulturcrash für einen Landmenschen wie mich, der noch nie zuvor im Flugzeug gesessen ist. Die riesigen Gebäude, der Geruch, die Menschen. Wahnsinn!“ Spannend ist auch, was Andrea über die sogenannten „One-to-one-Meetings“ zu erzählen weiß, die ein bisschen an „Speed-Dating“ erinnern. „Man unterhält sich jeweils 30 Minuten fachtechnisch. Dann wird geswitcht.“

Weniger gefachsimpelt wurde beim Galadinner sowie nach der Konferenz, wo es zur Entspannung für ein paar Tage nach Shenzhen ging. „Es war eine Hammererfahrung“ schwärmt Andrea – nicht nur von diesem aufregenden Auslandsaufenthalt, sondern ganz allgemein von ihrem Beruf als Spediteurin.

MARIE MAYER

 

INFO

Mehr über den Beruf zur/zum Spediteur/in findest du im Berufslexikon:
www.berufslexikon.at

 

Foto: Marie Mayer

 

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