Pro & Contra: Couchsurfen oder Hotel?

Couchsurfer/innen übernachten im Urlaub günstig in Wohnungen von Privatpersonen statt in Hotels und lernen so Land und Leute besser kennen. Ist das nun abenteuerlustig oder leichtsinnig?

PRO: Marlene

Einheimische kennen die besten Geheimtipps für mein Urlaubsland.

Zülsdor_Marlene

Marlene Zülsdorff ist 22 Jahre alt und studiert Pädagogik in Graz.

„Du fährst also in ein fremdes Land und schläfst bei Menschen, die du nur übers Internet kennst und machst das auch noch freiwillig?“ Das ist nur eine der vielen misstrauischen Fragen, die ich immer wieder gestellt bekomme. Den einzigen Vorteil, den viele, die Couchsurfing noch nie ausprobiert haben, darin sehen, ist die kostenfreie Unterkunft. Klar ist es praktisch, sein Geld nicht in teure Hotels stecken zu müssen – dennoch ist das für „wahre Couchsurfer/innen“ nur ein positiver Nebeneffekt. Man taucht durch den Aufenthalt bei Einheimischen tiefer in das fremde Leben ein. Man bemerkt die kleinen Unterschiede im Alltag und hat die Möglichkeit, sie durch offene Gespräche besser zu verstehen.

Praktisch ist es auch: Einheimische kennen die guten Cafés, versteckten Clubs und die billigsten Supermärkte. Sie können nützliche Tipps geben und einen anderen Blickwinkel auf eine Stadt/ein Land ermöglichen. Denn: Ohne die belgische Architekturstudentin hätte mich die Altstadt Brüssels nie so begeistert und ohne den zerstreuten polnischen Künstler in Warschau wäre ich nie ins Künstlerviertel gekommen. Alles, was man dazu braucht, sind Vertrauen, Respekt und Lust auf das Unbekannte. Sicherlich versteht man sich nicht mit jedem (von diesen Menschen lernt man aber oft am meisten!) und ein Plan B ist manchmal nötig, aber genau das ist der Reiz daran. Denn dann findet man Freundinnen und Freunde fürs Leben und schreibt Geschichten, von denen man im Hotel­zimmer nur träumen kann.

CONTRA: Elisabeth

„Steig nicht zu Fremden ins Auto“ – aber in die Wohnung schon?

Grabner_Elisabeth

Elisabeth Grabner (22) studiert Sozialarbeit an der FH in Graz.

Diesen Rat (Zitat oben) hat mir meine Mutter schon von Kindesbeinen an gegeben. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Man kann nie genau sagen, wer hinter dem Steuer sitzt, geschweige denn, dass man weiß, ob einen die/der Fahrer/in nicht ausrauben will oder sonst was. Genau diese Thematik steht auch beim Couchsurfing im Vordergrund. Man hat keinen Schimmer, wer die Person ist, die einen da in seine Wohnung lässt, und was diese Person so alles mit einem vorhat. Nein, ich bin nicht paranoid, sondern hab lediglich einen gesunden Menschenverstand. Wenn ich (knapp 1,60 m, keine 60 Kilo und weiblich) in einem fremden Land bin, am besten noch mit fremder Sprache, und keine Menschenseele kenne, ist es für mich jenseits jeglicher Vernunft, wenn ich völlig schutzlos bei einem völlig Unbekannten in der Wohnung übernachte.

Safe gibt’s sowieso keinen, Bargeld wird irgendwo verstaut, wo man hofft, dass es sicher ist, während man schläft. Klar kann ich im Voraus im Internet Bilder ansehen, mit der Person chatten und Rezensionen von anderen (ebenso fremden) Leuten lesen, aber dass die Realität im World Wide Web oft eine andere ist als im echten Leben, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Wie dem auch sei, meine Meinung zu Couchsurfing steht fest: Ich bin ja nicht komplett bescheuert! Da spare ich lieber zwei Monate länger, schlafe in einem Hotel und hab dafür nächtens keine Angst um Leib, Habe und Leben.

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Foto: Mooshny/Shutterstock

 

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