Pro & Contra: Laptop und PC für alle Schüler/innen?

Laptop und PC sind oft noch Mangelware in Schulen und vielen erscheint das vorsintflutlich. Doch ist es wirklich notwendig, für alle Schüler/innen – sogar in den Volksschulen – Laptops und PCs anzuschaffen? Caroline und Elisabeth liefern sich das aktuelle Pro & Contra.
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Caroline Kulmhofer lebt in Graz und schließt gerade ihr Studium der Rechtswissenschaften ab. Foto: Privat

PRO

Schule muss mit der Zeit gehen und auf das Arbeitsleben vorbereiten.

Fluch und Segen. Kaum ein anderes Thema wird so oft mit diesem Ausdruck der Gegensätzlichkeit in Verbindung gebracht wie die fortschreitende Digitalisierung. Doch gibt es viele Vorteile, vor allem für den Unterricht. Die Digitalisierung führt zur besseren Darstellung von Lern­inhalten, größerer Begeisterung bei den Schülerinnen und Schülern und quasi nebenbei zur Entwicklung von IT-Fertigkeiten als wichtige Skills, denn Schule sollte auf das spätere Arbeitsleben vorbereiten.

Neben dem Allgemeinwissen sind Fähigkeiten, die für alle Schüler/innen unabhängig von der Berufswahl von Relevanz sein werden, besonders wichtig. Und hier kommt der Computer ins Spiel. Wohl jede/r wird im späteren Leben seine IT-Kenntnisse einsetzen müssen. Was, wenn nicht die Nutzung von Computern zu seinen eigenen Gunsten kann von der Schule also vermittelt werden? Das Schul­system muss mit der Zeit gehen und auf universelle Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren. Und zeitgemäß ist letztlich nur die Arbeit mit dem Computer in allen Lebenslagen.

Durch eigenständige Internet­recherche lehrt man Schülerinnen und Schüler zu „filtern“ und Informationen auch kritisch zu hinterfragen – eine Fähigkeit von nicht zu unterschätzendem Wert in der heutigen Welt. Es gilt daher, nicht die Digitalisierungswelle aufzuhalten, sondern durch die Schule zu lernen, wie man diese für sich nutzt.

Denn Fluch ist die Digitalisierung nur dann, wenn das Schulsystem nicht auf Veränderungen reagiert. Richtig eingesetzt können Laptopklassen große Chancen bieten, die man so früh wie möglich nutzen sollte.

 

 

Elisabeth Grabner ist Sozialarbeiterin und lebt im Mürztal. Foto: Privat

Elisabeth Grabner ist Sozialarbeiterin
und lebt im Mürztal.
Foto: Privat

Konventionelle Methoden sollten nicht gänzlich ersetzt werden.

Wer braucht schon einen Taschenkalender, ein Adressbuch oder ein Telefonbuch? Das kann man doch alles viel leichter mit dem Handy organisieren. Und wer braucht schon Hefte und Bücher zum Lernen oder Lexika zum Nachschlagen? Kann man doch auch alles mit einem Laptop oder PC mit Internetzugang machen!

Wir sind längst im digitalen Zeitalter angekommen und auch die Klassenräume in den Schulen werden zunehmend von diesem erobert. Die Unterrichtsgestaltung mit digitalen Medien bietet ganz neue, aufregende Möglichkeiten und ich finde es auch enorm wichtig, Schülerinnen und Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet beizubringen.

Aber der Laptop oder PC sollte unsere konventionellen Lehrmethoden meiner Ansicht nach nicht gänzlich ersetzen. Technik ist nicht unfehlbar und Ausfälle von Elektronik oder Stromversorgung sollten uns nicht hilflos zurücklassen. Wie bei allem im Leben braucht es auch bei diesem Themengebiet ein Mittelmaß und eine gesunde Mischung aus alten und neuen Methoden, um die Schülerinnen und Schüler gut durch die Schulzeit zu begleiten und auf alle Eventualitäten des Lebens vorzubereiten.

Selbst wenn die Eventualität nur darin besteht zu wissen, wo man benötigte Informationen herbekommt, wenn das Handy samt Doktor Google und Professor Wikipedia – mal wieder – zur Reparatur eingeschickt wurde. (;

 

LR Ursula Lackner / Lunghammer

Mag.a Ursula Lackner Landesrätin für Bildung und Gesellschaft Foto: Lunghammer

METAEBENE

Digitale Kompetenzen und Wissen auf der „Analogen Festplatte“ sind wichtig!

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und birgt das Potenzial, den Zugang zu Informationen und damit zu Bildung zu erleichtern und Chancengleichheit zu steigern. Der Schule kommt dabei eine wichtige Rolle bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen zu. Um diese nachhaltig zu vermitteln und die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Inhalten und Tools zur Realität zu machen, braucht es vor allem eines: die notwendige Infrastruktur.

Insofern erscheint es unumgänglich, dass Schüler/innen künftig im Schulalltag mit Tablets beziehungsweise Laptops ausgestattet sind.
Allerdings gehören zum Lernen nicht nur die digitalen Kompetenzen. Es braucht auch ein Rüstzeug auf der „analogen Festplatte“, also dem Gehirn, und die Fähigkeit, sich Wissen abseits der virtuellen Welt zu beschaffen.

Daher sollen vor allem in den ersten Schuljahren technische Geräte behutsam eingesetzt werden, wobei in erster Linie der Um­gang mit digitalen Lehrmitteln in den Mittelpunkt gestellt werden sollte.

 

Beitragsbild: geralt/Pixabay

 

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