Risiko E-Shishas!

Dampfen ohne Reue und Zweifel? Nicht alles, was bunt ist, ist harmlos. Bei den nikotinfreien Glimmstängeln ist Vorsicht geboten.

Sie sind bunt, in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erhältlich, relativ preisgünstig, leicht zu bekommen und neben iPhone, Facebook & Co gelten sie als der letzte Schrei unter Jugendlichen: die sogenannten E-Shishas, kleine elektrische Wasserpfeifen in Form von Stiften. Sie schmecken nach Erdbeere, Schoko, Apfel oder Keks, und obwohl sie kein Nikotin enthalten, erregen sie die Gemüter von Ärztinnen und Ärzten, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Nicht ohne Grund, denn was die Inhaltsstoffe von E-Shishas betrifft, gibt es große Bedenken von der Expertenseite.

Die deutsche Stiftung Warentest (test. de) zitierte in diesem Sommer das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das eindeutig vor dem Dampf der EShishas warnt: Kurzzeitfolgen können „Reizungen der Augen und des Mundes, Husten, Zahnfleischbluten, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit“ sein. Kritisch sei das (auch in vielen E-Zigaretten) enthaltene Propylenglykol, das auch die Lungenfunktion beeinträchtigen könne. „Diese Produkte sind so neuartig, dass es keine Langzeitstudien gibt“, erläutert die Dt. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In Salzburg und Oberösterreich wurden Kauf und Konsum für Jugendliche unter 16 Jahren bereits verboten. In der Steiermark wird eine derartige Regelung gerade heiß diskutiert. Eine Grazer Schule hat das Rauchen von E-Shishas auf dem Schulgelände bereits verboten.

Bei meinen Umfragen unter Jugendlichen hat sich herausgestellt, dass die Mehrheit der Befragten bereits an einer EShisha gezogen hat. „Sie schauen cool aus, schmecken echt lecker und sind eh harmlos“, meint der 15-jährige Christoph. Auch Sabrina ist angetan: „Sind ja keine echten Zigaretten. Also warum nicht?“ Hakt man nach und fragt nach den Inhaltsstoffen und möglichen Auswirkungen, sind die meisten Jugendlichen aber überfragt. Hier hat die Werbung wohl ganze Arbeit geleistet. Die gaukelt nämlich absolute Harmlosigkeit vor.

Fest steht aber, dass es noch keinerlei Studien über die Langzeitfolgen des E-Shisha- Konsums gibt. Über Sinn oder Unsinn von Verboten lässt sich wahrscheinlich streiten, zumal diese die Sache für Jugendliche oft noch interessanter machen. Tatsache aber ist, dass Unwissen vor gesundheitlichen Schäden nicht schützt! In diesem Sinne sollte jede/r zwei Mal überlegen und lieber das Hirn rauchen lassen, bevor sie/ er zu den scheinbar harmlosen „Glimmstängeln“ greift.

Denn wie cool ist es wirklich, Unbekanntes einzuatmen? Sollte man anstatt in künstlichen Erdbeer-, Schoko- oder Keksdampf nicht lieber in eine echte Packung knuspriger Schokokekse investieren? Und wäre das wertvolle Taschengeld, von dem man sowieso nie genug hat, nicht besser für einen Kino-, Disco- oder Konzertbesuch oder die neuesten Sneakers aufgehoben?

MARIE MAYER

Fotos: VNZ/Photocase; Marianne Neuhold

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