Dein neuer Nachbar: Stell dir einmal vor, du hättest …

Flüchtende werfen in unseren Breiten einige Fragen auf, lösen aber auch Unsicherheiten aus. Sich gut zu informieren, hilft allen. Von der LOGO! JUGEND INFO gibt es eine Broschüre dazu mit dem Titel „Mein neuer Nachbar“.

Von verlassenen Ruinen steigt der Rauch einer Explosion auf. Immer wieder wird der Erdboden von einschlagenden Bomben erschüttert. Die Fassaden der noch stehenden Gebäude bröckeln durch die Wucht der Detonation ein paar Häuser weiter ab. Im Minutentakt sind Schüsse und Schreie zu hören. Aleppo, eine syrische Stadt, ist nur einer von vielen Schauplätzen eines schrecklichen Krieges, der schon 2011 seinen Anfang nahm.

Ein Schauplatz, wie auch Europa vor nicht allzu langer Zeit einer war. Manche Großeltern können noch vom Schrecken des Krieges erzählen, auch wenn sie es wohl am liebsten vergessen hätten. So viele Unschuldige, die in ein Kriegsgebiet „hineingeboren“ wurden, dort zur Schule gehen oder arbeiten, müssen das Leid und den Tod ertragen.

Fast jede/r von uns würde, wenn sich die Chance bietet, in so einer Situation sofort die Flucht ergreifen. Auch wenn das bedeuten würde, alles zurückzulassen, was man kennt und was man besitzt. Es geht dabei ums reine Überleben.

Viele Menschen, denen das und Ähnliches widerfahren ist, kamen in den letzten zwei Jahren in Europa als Flüchtlinge an. Vielleicht hast du selbst schon welche kennengelernt, vielleicht hat dein Heimatort ein paar von ihnen aufgenommen und möglicherweise sitzt der eine oder die andere seit Kurzem als neue/r Mitschüler/in in deiner Klasse.

Anna B. (13, die einzige Schülerin ihrer Schule, die sich zu einem Statement zur schwierigen Situation bereiterklärt hat, Anm. der Redaktion) aus der vierten Klasse einer steirischen Schule hat seit Beginn des Schuljahres auch einen neuen Klassenkollegen, der wegen des Krieges in Syrien nach Österreich geflüchtet ist. Sein Name ist Omid.

„Omid sagt eigentlich so gut wie nie etwas. Er sitzt alleine und auch in den Pausen ist er lieber für sich. Die anderen schließen ihn nicht aus, aber es versucht auch niemand wirklich, ihn einzubinden.”

Stell dir vor, du hättest all das durchmachen müssen und bist jetzt in einem fremden Land, in dem die Leute auch noch eine komplett andere Sprache sprechen. Du kannst dir sicher vorstellen, wie schwer diese Situation ist. Umso mehr würdest du dich dann freuen, wenn deine neuen Mitschüler/innen auf dich zugehen würden, mit dir reden und langsam versuchen, dich einzubinden.

Schon eine nette Begrüßung oder die einfache Frage „Wie geht es dir heute?” kann da viel bewirken. Du hast jetzt sicherlich sehr viele Fragen zum Thema Flucht und Flüchtlinge. Es gibt dazu eine Broschüre, erhältlich über die LOGO! JUGEND.INFO, die du dir online auf logo.at/jugendinfo/mein-neuer-nachbar anschauen, downloaden, aber auch kostenlos nach Hause oder in deine Klasse bestellen kannst.

 

PHILLIPP ANNERER

fyi – for your info

www.logo.at/jugendinfo/mein-neuer-nachbar

 

Beitragsbild: Jazzmany/Shutterstock

 

 

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