Wer ist denn dieser Guido Maria Berger?

Passend zur Weihnachtszeit überrascht ein gewisser Guido Maria Berger mit seiner ersten Single „Die Erwartung“. Wir haben mit dem Musiker hinter der Kunstfigur gesprochen.

FM4 Soundpark und Radar Radio aus Deutschland sind bereits aufmerksam geworden auf Guido Maria Berger: Seit vielen Jahren ist Clemens Berger als Mitbegründer, Gitarrist und Sänger der Grazer Band Facelift ein Begriff. Mit Guido Maria Berger hat er nun eine Kunstfigur geschaffen, die sich unverkennbar auf der bekannten Soundbasis von Facelift in deutscher Sprache mitteilt. Ein bisschen kryptisch, etwas schräg und vor allem überraschend. Wir haben uns mit Clemens über seine Beweggründe zu diesem Projekt unterhalten …  

Die Erwartung – oder die Erkenntnis?
Die Erwartung – die leider sehr oft die Erkenntnis bringt, dass allzu große Erwartungen sich zu ganz großen Enttäuschungen auswachsen können. Somit eine schmerzhafte Erkenntnis.

Also warum jetzt wirklich Guido und Maria, Herr Berger?
Der Guido heißt Maria, obwohl seine Taufpatin Therese als Namen trug und es auch sonst keine Maria in der Familie gab, weil sein Vater Behrouz Taha hieß und die Oma Angst hatte, dass das Enkelkind nicht katholisch wird. Deshalb hat man dem Guido als zweiten Namen Maria verpasst. Quasi als Schutz gegen die Mächte der Finsternis. Die Großmutter war eine gottesfürchtige, strenge und einfältige Frau.

Wo ist Facelift?!
Facelift ist immer irgendwie da. Aber der Guido und Facelift sind verschieden. Es ist aber schon mal vorgekommen, dass sie gemeinsam aufgetreten sind. Irgendetwas ist da auch schon wieder geplant. Es harmoniert trotz der Unterschiedlichkeiten.

Der Klangteppich im GMB-Werk erinnert sehr an Facelift – warum ein ausschließlich deutscher Text?
Eine getriebene, irritierte Gesellschaft (in der sich der Mensch heute bewegt) benötigt eine klare Sprache. Nichts soll sich verstecken. Deutsch ist hier der direktere Draht. Wobei natürlich der Unterschied zwischen hören und verstehen sicherlich ein großer ist. Dazu kommt auch noch, dass viele nicht verstehen wollen. Aber wer willens ist, der bekommt das schon hin.


„1, 2, 3 da bin ich wieder

3, 2, 1 und hab keinen Flieder
Mach mein Kreuz und mach mich frei von der Sehnsucht
Und alles wird schön“
(aus: Die Erwartung – die Erkenntnis)

Was ist „Die Erwartung“ für Guido – beziehungsweise was willst du damit in die Welt hinaus tragen?
Wie schon eingangs erwähnt, Erwartungen und Enttäuschungen liegen leider sehr eng beieinander. Es sind wohl mehrere Ebenen, die da angesprochen werden. Erwartungen an einen Menschen, einen Job, eine Band … eine Partei. Was dann letztlich zum Vorschein kommt, kann flott zur Wundertüte werden. Menschen sehen und hören, was sie sehen und hören wollen; und daran heften sie auch ihre Erwartungen, die dann natürlich völlig subjektiv sind. Erwarten tut sich Guido, so weit ich ihn kenne, von den meisten seiner Mitmenschen nicht viel.

Wie ist GMB zusammengesetzt – ist er alleiniges Mastermind oder ist das gemeinschaftlich erdacht?
Meine Erfahrungen im Studio bei den Aufnahmen zur ersten Single waren, dass er sich alle Vorschläge anhört und dann alleine entscheidet, was er annimmt und was nicht.

Wie sehen die Pläne aus beziehungsweise was dürfen wir in Zukunft von GMB erwarten?
Der Guido wird weitere Songs aufnehmen und bald mal ein Album veröffentlichen. Live steht auch schon ein wenig was an. Aber alles Stück für Stück und ein Fuß vor den anderen. Es gibt keine Hast – nichts drängt. Es ist so weit und bereit, wenn es soweit ist.

Danke für’s Interview!

Guido Maria Berger

Foto: Stephan Friesinger

 

fyi – for your info

Cover_Guido Maria Berger_Die Erwartung300

Foto: C. Berger

Gegründet: 2017 Wien/Graz/Polarnije

Line up: Guido Maria Berger (Gesang/Gitarre), Osomoos (Bass), Tom Zwanzger (Sounds), Darja Denis (Visuals), NW (Schlagwerk)

Label: Rossori Music

Die Single „Die Erwartung“ gibt’s auf allen digitalen Plattformen (itunes, amazon, …)  

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Facelift

 

Beitragsbild: Clemens Berger und Darja Denis. Foto: Stephan Friesinger

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