Zwischen Erholung und Adrenalin: Klettersteige in der Steiermark

Wer gerne in den Bergen unterwegs ist, übliches Wandern aber nicht aufregend genug findet, der wird bald schon Klettersteige für sich entdecken.

Klettersteige sind durch Stahlseile, Leitern und Eisenstifte gesicherte Wege, die sozusagen das Bindeglied zwischen Wandern und Klettern bilden. Wer sich beim Wandern mehr Spannung und Abwechslung wünscht, aber nicht Klettern kann, der wird mit Klettersteigen seine helle Freude in den Bergen finden. In der Steiermark gibt es Klettersteige in allen Schwierigkeitsstufen – von leichten Routen, die nur wenig mehr als das Wandern fordern, bis hin zu Routen, die einem viel abverlangen.

Hoher Dachstein Randkluft und Schulter – leicht

Der Klettersteig am Dachstein, dem höchsten Berg der Steiermark, wird von Bergfex als leichte Tour beschrieben, die geringe technische Fähigkeiten fordert und nur mäßig die Kondition fordert. Dennoch wird man mit atemberaubender alpiner Landschaft und einem einzigartigen Erlebnis belohnt. Der Einstieg zum Klettersteig befindet sich nahe der Seethalerhütte, die man von der Bergstation der Gletscherbahn aus erreicht. Der höchste Punkt der Tour liegt auf 2.719 Metern Seehöhe.
Achten muss man unbedingt auf Gletscherspalten, die beim Zu- und Abstieg Gefahren bergen.
Bergfex: Dachstein Randkluft und Schulter

Klettersteige Georg ZsifkovitsZsifkovits400

Diese „Aussichten“ kann man von einem Klettersteig aus bewundern! Foto: Zsifkovits

Hochlantsch Klettersteig – mittel

Gut erreichbar ist der Klettersteig auf den Hochlantsch, der Ausgangpunkt liegt bei Breitenau unweit von Mixnitz. Die insgesamt rund vierstündige Tour fordert Technik und Kondition laut Bergfex im mittleren Ausmaß. Nach einer etwa fünfzigminütigen Wanderung gelangt man zum Einstieg des Klettersteigs. Innerhalb etwa einer Stunde bringt man über den Klettersteig rund 400 Höhenmeter hinter sich. Nach weiteren 20 Minuten über den Wanderweg gelangt man auf den auf 1.692 Metern gelegenen Hochlantsch-Gipfel. Insgesamt geht die Tour über 5,7 Kilometer und 839 Höhenmeter Aufstieg.
Bergfex: Franz-Scheikl-(ehem. Naturfreunde-)Klettersteig am Hochlantsch

Eisenerzer Reichenstein – schwer

Wer auf der Suche nach einer richtigen Herausforderung ist, der wird am Eisenerzer Reichenstein fündig. Die Tour auf den 2.165 Meter hohen Berg in der Obersteiermark fordert hohe technische Fähigkeiten und eine hervorragende Kondition. Ausgehend von der Hirnalm steigt man auf insgesamt 15,30 Kilometer über 1.387 Höhenmeter hinauf. Kletterpassagen wechseln sich mit Wanderpassagen mehrfach ab. Die Tour nimmt etwa 7 Stunden Gehzeit in Anspruch. Wem das noch nicht genug ist, der kann weiter auf die Hohe Lins (2.028) steigen. In dieser Variante umfasst die Tour 1.850 Höhenmeter auf 21,50 Kilometer. Aufgrund der Dauer von fast 11 Stunden sollte man sich überlegen, sich zwei Tage für diese Route Zeit zu lassen. Einkehrmöglichkeit bietet knapp unter dem Gipfel des Reichenstein die Reichensteinhütte.
Bergfex: Eisenerzer Reichenstein

Achtung: Klettersteige zu gehen ist ein gefährlicher Sport, der neben zumindest guter Kondition, hoher Trittsicherheit, Vernunft und guter Selbsteinschätzung auch eine adäquate Ausrüstung fordert. Neben qualitativen Wanderschuhen, passender Kleidung und ausreichend Proviant ist das ein tadelloses Klettersteigset, das aus Klettergurt, Karabinern und Helm besteht.

GEORG ZSIFKOVITS

 

Beitragsbild oben: Der Gipfel des Hochlantsch - Foto: Georg Zsifkovits

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