Cybermobbing : Wie du dich schützt

Mehr als ein Drittel der österreichischen Schüler/innen waren schon einmal von Cybermobbing betroffen – und es werden laufend mehr. Hier die wichtigsten Infos dazu.

Cybermobbing, das bedeutet beispielsweise, Social-Media-Kanäle wie Whats-App, Instagram oder Snapchat zu benutzen, um andere einzuschränken, zu isolieren und in ihrem Wert zu mindern. Die Gemobbten – aber auch die Mobber/innen! – sind stark psychisch belastet. Sidonie hat mit der Mobbingberaterin Petra Gründl darüber gesprochen, wie du dich vor Cybermobbing schützen kannst und was du tun kannst, wenn jemand in deinem Umfeld gemobbt wird.

Petra Gründl ist in der Anlauf- und Koordinierungsstelle bei Mobbing in der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark. Soziologin, Mediatorin und Mobbingberaterin tätig.

Checkit: Was ist Cybermobbing?

Petra Gründl

Foto: privat

Petra Gründl: Cybermobbing, also Mobbing über digitale Medien, kommt recht selten alleine vor. In der Mehrzahl der Fälle ist es mit Mobbing, das in der Schule, im Verein oder Internat passiert, verbunden. Da bietet der digitale Raum einfach eine weitere Möglichkeit zu mobben. Bei Cybermobbing gibt es für die, die gemobbt werden, so gut wie keinen Rückzugsort. Sie müssen überall und jederzeit mit der nächsten Mobbingattacke rechnen.

Wie erkenne ich, dass ich online gemobbt werde?

Wenn ich immer wieder Ziel von herabwürdigenden Kommentaren oder Nachrichten bin, wenn (gefakte) Bilder von mir kursieren und andere, wenn sie mich sehen, tuscheln und lachen. Wenn sich immer mehr aus meiner Gruppe gegen mich stellen und mitmachen, wenn ich aus On- und Offline-Gruppen  ausgeschlossen werde oder Ähnliches, und das alles schon seit einiger Zeit, dann sind das schon klare Zeichen. Es ist aber gut und wichtig, sich mit jemandem auszutauschen: Nimmt die andere Person die Situation auch so wahr?

Wie hilft die Anlaufstelle (siehe Info) gemobbten Jugendlichen?

Wir klären zunächst, was passiert. Dann überlegen wir, was die nächsten Schritte sein könnten, die gegangen werden. Oft gibt es schon anfangs kleine Dinge, die man tun kann, damit sich Situationen verändern. Wir machen uns dann gemeinsam auf die Suche nach den Möglichkeiten, die die betroffene Person hat.

Wie kann man sich schon im Vorhinein schützen?

Bitte informiere dich genau, was du tun kannst, um deine privaten Daten und Informationen bestmöglich zu schützen. Es sollte so wenig Privates wie möglich im Netz geteilt werden. Ist etwas erst einmal im Netz, gibt es keine Kontrolle mehr darüber, was damit passiert. (Auch dazu gibt es online Informationen, Anm.)

Wie kann ich helfen, wenn jemand unter Cybermobbing leidet?

Jeder kann hier einiges tun und damit etwas bewirken. Zum Beispiel direkt, am besten offline, mit den Mobberinnen und Mobbern sprechen und ihnen klarmachen, dass ihr Handeln Folgen hat. Und sie zum Aufhören auffordern. Auch die gemobbte Person unterstützen und ihr zur Seite stehen, hilft. Außerdem kann man mit ihr die Erste-Hilfe-Maßnahmen (siehe Infos unten) zusammendurchgehen und umsetzen. Möglich ist auch, die Vorfälle bei der Kommunikationsplattform zu melden oder Erwachsene zu informieren und sie um Hilfe zu bitten.

SIDONIE SAGMEISTER

Erste Hilfe bei Cybermobbing

  • Nicht auf boshafte, gemeine Nachrichten oder Kommentare antworten!
  • Nachrichten sichern!
  • Die, die gemein sind, blockieren!
  • Beleidigende Inhalte und Personen, von denen sie kommen, melden!
  • Sich jemandem anvertrauen und Rat einholen!
  • Jemanden suchen, der oder die dich stärkt und unterstützt!

(Eine genauere Beschreibung der Tipps auf kija.steiermark.at im Download-Bereich)

 

fyi – for your info

Webseite: kein-platz-für-hate.steiermark.at

 

Beitragsbild: Motortion Films/Shutterstock
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