„Politik muss Vorbild sein!“ – Neo-Jugendlandesrätin Lackner im checkit-Interview

Wie tickt unsere neue Jugendlandesrätin? Die checkit.jugendredaktion besuchte Ursula Lackner in ihrem neuen Büro im Grazer Landhaus – mit einigen Fragen im Gepäck.

Kennen Sie das Magazin checkit?
Lackner: Ein wesentlicher Punkt in meinem beruflichen Leben war die Zuständigkeit für Jugendliche im Büro LR Dörflinger. Ich habe das Magazin immer wieder auf den Tisch bekommen, es ist mir nicht ganz unbekannt.

Welche Schwerpunkte planen Sie im Jugendbereich?
Es gibt eine unglaubliche Buntheit im Jugendressort. Wir haben ein großes Netzwerk an Fachstellen, die sich mit den Bedürfnissen und Interessen der Jugend auseinandersetzen – vom Thema Erwachsenwerden bis hin zur Lehre. Damit Jugendliche ihre Persönlichkeit und ihre Talente frei entfalten und weiterentwickeln können, brauchen sie Raum und Zeit. Daher nehme ich all das, was die Fachstellen einbringen, sehr ernst.

Werden Sie etwas anders machen als Ihr Vorgänger Schickhofer?
Ich habe einen ähnlich partizipativen Zugang wie Michael Schickhofer, es braucht aber Zeit, um neue Perspektiven zu entwickeln. Es gibt keinen Grund zu sagen, jetzt alles anders. Schickhofer hat das Jugendgesetz novelliert, und ich möchte nahtlos an dem anknüpfen, was er mir übergeben hat.

Sandra und Marlene von der checkit.jugendredaktion beim Interview mit Ursula Lackner. Foto: Nicouleur

Apropos Jugendgesetz – was sagen Sie zur Idee, Rauchen erst ab 18 Jahren zu erlauben?
Wenn ich etwas vorgebe, muss ich es umsetzen können, sonst mache ich mich lächerlich – und man muss die Bundesländergrenzen bedenken. Ich meine, wenn man es nicht schafft, bei uns das generelle Rauchverbot zu ermöglichen, sind alle anderen Maßnahmen sinnlos.

Die Jugend zieht in die Stadt, obwohl manche gerne daheim bleiben würden. Wie könnte man hier gegensteuern?
Pflichtschule muss generell dezentral möglich sein. Mit dem Ressort für Regionalentwicklung gibt es neue Inputs, um die Regionen attraktiv zu machen. Es ist ja kein Steiermark-Phänomen, sondern in ganz Europa ein Thema – Lebenswertes erhalten zu können, das Zuhausebleiben zu ermöglichen.

„Keine Gemeinde will mehr Autos auf den Straßen!“

Gibt es eine Lösung übers Thema Mobilität?
Hier müssen Gemeinden Geld in die Hand nehmen. Es gibt Kooperationen mit Umlandgemeinden – da denken wir alle noch darüber nach, wie man das lösen kann. Denn keine Gemeinde will mehr Autos auf den Straßen!

Wann kommt das Top-Ticket für Studierende?
Es wird zurzeit vom zuständigen Landesrat begutachtet und geprüft, ob man es finanzieren kann.

Thema Jugendliche und Radikalisierung …
Ernst nehmen und zuhören. Wichtig ist, die Demokratie als Wert verständlich zu machen. Hier muss die Politik einen Beitrag leisten – zum Beispiel auch durch vorbildliches Handeln!

Vielen Dank für das Gespräch!

INFO

Mag.a Ursula Lackner, seit Juni 2015 Landesrätin für Bildung, Jugend und Familie, studierte Germanistik und Geschichte in Graz (Lehramt). Nach der Geschäftsführung bei ISOP übernahm sie die Geschäftsführung der SPÖ Graz-Umgebung. Danach wurde Lackner Referentin für Angelegenheiten des Jugendressorts des Landes Steiermark im Büro von LR Günter Dörflinger. 2000 bis 2010 war sie Abgeordnete zum Landtag Steiermark. Im Anschluss daran bis 2013 dritte und danach bis 2015 zweite Landtagspräsidentin.
Fotos: Nicouleur

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