Helena in Peru: Sozialarbeit im Land der Inka

Die „wahrscheinlich schönsten und ereignisreichsten Monate“ für Helena: Arbeiten und Leben in Peru
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Helena (re.) mit einer Freundin beim Sandboarden! Foto: Pfeifer-Sieber

Als ich im Sommer 2012 maturierte, wusste ich, dass ich nicht sofort zu studieren beginnen wollte. Vielmehr wollte ich mir ein Jahr Auszeit gönnen und diese Zeit für die Entdeckung exotischer Länder nutzen. Nachdem ich mich über verschiedenste Möglichkeiten informiert hatte, entschied ich mich für Sozialarbeit in Peru, und spätestens nach zwei Wochen in diesem wunderschönen Land wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Mit gemischten Gefühlen trat ich im Oktober 2012 meine Reise zu einem mir unbekannten Kontinent an. Als ich im Flugzeug Richtung Südamerika saß, wusste ich nicht, was mich dort erwarten würde, und ich hätte mir niemals gedacht, dass mir eine meiner wahrscheinlich schönsten und erlebnisreichsten Monate bevorstanden. Nach einem ziemlich langen und anstrengenden Flug kam ich schließlich in Cusco – einer Provinz im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes – an.

 

Die Ankunft in Cusco brachte auch einen gewaltigen Kulturschock mit sich: Wenn man ein vergleichbar luxuriöses Leben in Österreich gewöhnt ist, kann man sich gar nicht vorstellen, in welchem Zustand Menschen in Dritte-Welt-Ländern leben. Allerdings gewöhnte ich mich ziemlich schnell an die neue Situation und fühlte mich schon bald wie zu Hause. Ich lebte in einer Gastfamilie, die – ebenso wie die Freiwilligenarbeit und der Schulbesuch – von der deutschen Organisation „South America Inside“ organisiert wurde. Ich hatte großes Glück mit meiner Gastmutter, die zusammen mit ihrem Vater in einem netten Häuschen in der Nähe des Zentrums wohnte, denn Maria Elena kümmerte sich liebevoll um mich und ich genoss das himmlische peruanische Essen, das täglich von unserer Küchenhilfe gezaubert wurde.

So wie der Großteil der Peruaner /innen sprach meine Gastmutter kaum Englisch, was für mich natürlich ideal war, da ich somit „gezwungen“ war, mich auf Spanisch mit ihr zu unterhalten. Da ich nur wenige Brocken Spanisch sprach, besuchte ich gleich zu Beginn einen vierwöchigen Sprachkurs in der Aurora Andina Spanish School, wo ich die wichtigsten Regeln lernte. Der Auslandsaufenthalt hat mir gezeigt, dass man unbedingt in einem anderen Land leben muss, um eine Sprache auch wirklich zu erlernen und zu festigen. Da ich täglich mit dem Spanischen konfrontiert wurde, konnte ich mich auch relativ schnell in dieser Sprache mitteilen.

Wie bereits erwähnt, habe ich in Cusco in unterschiedlichen Einrichtungen freiwillig mitgeholfen. Die Besitzerin der Sprachschule hatte ein Projekt ins Leben gerufen, um Kinder zwischen 6 und 14 Jahren am Nachmittag bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Ich durfte den Kindern bei ihren Aufgaben helfen, unterrichtete sie auf Englisch, spielte mit ihnen oder gab ihnen einfach die nötige Zuwendung, die sie leider nicht von ihren Eltern bekommen.

Außerdem durfte ich in einem Kindergarten und in einem Waisenhaus für Mädchen arbeiten. Anfangs half ich nur vormittags im Waisenhaus mit und unterstützte die Mädchen bei Rechenaufgaben, beim Spanischlernen und übte mit ihnen lesen. Da mir die Arbeit jedoch so gut gefiel, verbrachte ich auch die meisten Nachmittage dort. Ich spielte mit den Mädchen UNO, wir verbrachten Stunden beim Seilspringen, malten miteinander und hatten einfach Spaß. Die Mädchen hatte ich sofort ins Herz geschlossen und dementsprechend schwer fiel mir auch der Abschied. Es war wunderschön, als mich die Mädchen schon bei der Tür erwarteten, mich umarmten oder mir einfach sagten, wie gern sie mich haben und wie schön es sei, dass ich sie täglich besuchte.

Allerdings leistete ich in Peru nicht nur Sozialarbeit, sondern nutzte die Zeit auch, um das Land zu erkunden und die peruanische Kultur kennenzulernen. Meine Reisen führten mich zur sagenumwobenen Inka-Stadt Machu Picchu, nach Puno und zum Titicacasee, an die Küste nach Paracas, zur Wüstenoase Huacachina und ich hatte die einmalige Gelegenheit, mit einem Flugzeug über die atemberaubenden Nazca-Linien (geheimnisvolle Scharrbilder in der Wüste) zu fliegen. Aber auch direkt in Cusco wurde mir nie langweilig – ich lernte viele Freundinnen und Freunde aus den unterschiedlichsten Ländern kennen, mit denen ich durch das Nachtleben Cuscos streifte, einen Salsa-Tanzkurs besuchte oder einfach über die farbenprächtigen Märkte bummelte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich eine wunderschöne, unvergessliche Zeit in Peru verbracht habe und ich kann jedem/r Weltenbummler/in empfehlen, dieses Land zu bereisen. Denn die Gastfreundschaft der Peruaner/innen, die landschaftlichen Schönheiten und die Kultur rund um die Inka machen dieses Land zu einem wahren Paradies!

HELENA PFEIFER-SIEBER

 GEWONNEN!

Dieser Bericht wurde zum GEWINNERTEXT unter den Einsendungen zu „Globetrotter gesucht“ ausgewählt! Noch mehr Auslandserfahrungen in Text und Bild findest du auf logo.at/jugendinfo/erfahrungsberichte

INFO

DEMNÄCHST im Karmeliterhof, Graz, Karmeliterplatz 2:
INFOABEND Au pair: 23. Februar, 17 Uhr. info@logo.at
EINFACH-WEG-Messe: 20. März, 14–18 Uhr. www.logo.at

Foto: vitmark/Fotolia

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