Schule, Lehre, Studium: Einmal Ausbildung mit alles, bitte!

Muster-Lebensläufe listen eine Station nach der anderen auf. Aber das muss gar nicht sein, denn (Aus-)Bildung ist keine Einbahnstraße.

Als ich vierzehn Jahre alt war, hatte ich keine Ahnung, welchen Beruf ich später ausüben wollte. Also entschied ich mich nach der Hauptschule für ein Gymnasium. Ich lernte gern, und als ich in der Hauptschule nach meinen Zielen gefragt wurde, antwortete ich „Matura”. Das Gymnasium in meiner nächsten Nähe war das BORG Bad Radkersburg. Gleich zu Beginn wurde ich darüber informiert, dass es hier die Möglichkeit gibt, nebenbei am WIFI eine Ausbildung zu absolvieren. Bürokauffrau/-mann oder EDV-Kauffrau/-mann könnten wir dann werden. Fünf Stunden pro Woche und zwei bzw. drei Intensivwochen vor Beginn bzw. während der Ferien waren das.

Ich war erst einmal sehr skeptisch angesichts des Arbeitsaufwands.

Foto: edar/Pixabay

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„Schaden tut es dir aber sicher nicht!“, waren meine Eltern überzeugt. Also entschied ich mich doch für eine Zusatz­ausbildung – nämlich zur Bürokauffrau. Während der Schulzeit lief das so „nebenbei“. Etwa die Hälfte unserer Klasse befand sich in dieser Ausbildung, es gab hier also so etwas wie eine Gruppendynamik. Zusammen lernt (und jammert) es sich leichter. Nachdem wir alle Prüfungen bestanden hatten, bekamen wir nach vier Jahren Gymnasium neben dem Maturazeugnis auch ein Diplom überreicht, für welches wir auch insgesamt mindestens sechs Wochen Praktikum absolvieren mussten.
Theoretisch war ich nun berechtigt zu studieren UND ich war Bürokauffrau. Die Option, auch den praktischen Teil der Lehrabschlussprüfung (dafür waren insgesamt drei Monate Praktikum und eine Prüfungsanmeldung am WIFI notwendig) hielt ich mir offen. Zuerst wollte ich mein Studium „Journalismus und Public Relations (PR)“ an der FH Joanneum in Graz beginnen. Beim Aufnahmegespräch zeigte man sich beeindruckt von der Zusatz­ausbildung, besonders das „Ja, das habe ich neben der Schule gemacht“ kam gut an!

Zwischen LAP und Bachelor

Foto: StockSnap/Pixabay

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Die Lehrabschlussprüfung (LAP) wollte ich schon, irgendwann. Studium, Job und ein Auslandssemester verschoben diesen Termin aber um zwei Jahre. Da ich die LAP aber gerne vor dem Bachelor-Titel haben wollte (ja, diese beiden Dinge liegen nur zehn Monate voneinander entfernt), raffte ich mich doch auf. Dass es sich gut anfühlt, etwas zu schaffen, brauche ich hier, glaube ich, nicht anhängen. Außerdem kann ich jetzt meine Verzögerungstaktik als Durchhaltevermögen verkaufen.
So oder so bin ich jedenfalls um Erfahrung und Qualifikationen reicher. Heute hätte ich nichts anders gemacht, denn viele Wege führen nach Rom. Außerdem habe ich gehört, dass die Journalistin von morgen ihre eigene Sekretärin sein muss. Und Fotografin. Und Layouterin. Aber das ist eine andere Geschichte – oder eine andere Lehre!
Jedenfalls kurz zusammengefasst: Dass ich meinen eigenen Lohnzettel kontrollieren, sämtliche Funktionen in Word bedienen und eine zusätzliche Qualifikation vorweisen kann, hat mir bis heute „sicher nicht geschadet“. ;-)

ALEXANDRA POLIČ

Beitragsbild: Camilla Annabith

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