Talente fördern: Was die Schule tun kann

Jedes Kind hat seine eigenen individuellen Interessen und Begabungen. Welche Möglichkeiten haben Schulen, auch darauf einzugehen und Stärken zu fördern?

Die eine ist gut in Mathematik, während der andere lieber näht, Sport treibt oder malt. Damit diese Talente nicht verloren gehen, setzen viele Bildungseinrichtungen auf eine Förderung im Unterricht. Checkit-Jugendreporter Nico Lang hat sich bei zwei steirischen Schulen umgehört, wie sie das handhaben.
Im normalen Schulunterricht müssen Lehrer:innen sich an einen vorgegebenen Lehrplan halten. Dabei sitzen in einer Klasse Kinder mit unterschiedlichen Interessen, Talenten, Begabungen und verschiedenem Wissensstand. Die Talente sollen im Idealfall im Schulalltag nicht untergehen, sondern erkannt und gefördert werden. Dieser Meinung ist auch Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner: „Die Begabungs- und Begabtenförderung nimmt für mich als Bildungsdirektorin eine sehr wichtige Bedeutung ein, denn jede Schülerin und jeder Schüler besitzt ganz einzigartige Talente und Fähigkeiten. Diese möchten wir mit Hingabe und Behutsamkeit entdecken, entfalten und zum Erblühen bringen. Eine gezielte, individuelle Förderung, inspirierender Unterricht und eine wertschätzende Lernumgebung sollen den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und zu wahren Glanzleistungen zu gelangen.“

„Wenn ein Kind in einem Bereich weiter ist, bekommt es Angebote dazu.“ – Eva Egger-Schinnerl, Direktorin der VS Weiz

 

„Nicht zurückhalten!“

Die Volksschule Weiz und das Gymnasium Hartberg sind sich dessen ebenfalls bewusst und versuchen, dies im Unterricht zu integrieren. Mit Testungen und der Zusammenarbeit mit der Schulpsychologie bemüht man sich am Gymnasium Hartberg, die Begabungen der Schüler:innen zu erkennen. Auch werden sogenannte Stärkenprofile nach dem Erziehungswissenschaftler Howard Gardner erstellt. „Wenn Kinder z. B. in Mathematik in der ersten Klasse bereits Dinge können, die laut Lehrplan noch nicht gefordert sind, gilt es, darauf zu achten, sie nicht zurückzuhalten, sondern zu fordern und zu fördern, um die Lernmotivation zu erhalten“, meint Eva Egger-Schinnerl, Direktorin der Volksschule Weiz.

„Gezielte Förderung, inspirierender ­Unterricht und eine wertschätzende Lernumgebung sollen dabei helfen, das volle Potenzial auszuschöpfen.“ – Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner

Es ist nicht immer einfach, die individuellen Talente der Schüler:innen im Schulunterricht zu fördern. Mit Zusatzangeboten an der VS Weiz versucht man, dies jedoch bestmöglich umzusetzen. Einmal pro Woche unterrichten Lehrer:innen eine Stunde lang zu bestimmten Themen eine Einheit. „Es geht auch darum, dass die Lehrer:innen etwas anbieten, was ihren Interessen und Begabungen entspricht, weil wir der Meinung sind, was einem selbst gefällt, kann man viel besser rüberbringen“, so Egger-Schinnerl. Das Angebot reicht von Cheerleading, Radfahren bis hin zu Forschung aus verschiedenen Bereichen. Im Gymnasium Hartberg können Schüler:innen in ihrer Freizeit das breite Spektrum an Freigegenständen und unverbindlichen Übungen nutzen. Je nach Interessen können verschiedene Sportmöglichkeiten, Musik- oder Kreativkurse gewählt werden. Auch die Teilnahme an fachspezifischen Wettbewerben wird mit Vorbereitungskursen gefördert.

„Talentförderung kann definitiv auch in den direkten Schulunterricht integriert werden. Differenzierte Aufgabenstellungen und kooperative Gruppenarbeiten sind hier bewährte Mittel.“ – Thomas Reiterer, Lehrer am Gymnasium Hartberg, Leiter der Begabungsförderung

Doch ohne den Rückhalt der Eltern ist eine Förderung von Begabungen schwer möglich. Das beginnt mit dem Angebot von Spielen und Büchern und geht bis zur Motivation für den Besuch einer Musikschule, eines Sportvereins oder ähnlicher Einrichtungen. „Wir sagen aber auch, dass es ganz wichtig ist, dass die Kinder Zeit zum Spielen und für Freizeitaktivitäten haben, weil auch dort können sie ihre Begabungen gut ausleben“, betont Egger-Schinnerl.
Talente- und Interessenförderungen sind also ein wichtiges Thema, dessen sich einige steirische Schulen bereits angenommen haben. So sollen die Kinder später einmal einer Tätigkeit nachgehen, die ihnen auch liegt und Spaß macht.

„Am Gymnasium Hartberg werden auch Stärken­profile nach Howard Gardner erstellt – eine der Möglichkeiten, Begabungen zu erkennen.“ – Friedrich Saurer, Lehrer am Gymnasium Hartberg

NICO LANG

fyi – for your info

Interview mit Thomas Reiterer und Friedrich Saurer: „Talente dürfen im Schulunterricht nicht verloren gehen!“

 

Beitragsbild: Halfpoint/Shutterstock

 

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