ALF POIER: Dadasoph des Zweng und Zvü

Einer der schrägsten heimischen Künstler ist wieder auf Tour und besuchte dabei auch Graz. Wir haben mit Alf Poier über Ziele, Spiritualität und seinen Blick in die Zukunft geplaudert.

 

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Foto: Reinhard Mayr

Herr Poier, was dürfen wir von der 20-Jahre-Jubiläumsshow „The making of DADA“ erwarten?

Grundsätzlich ist es immer gut, wenn man sich nix erwartet, dann kann man nämlich nie enttäuscht werden.

„The making of DADA“ ist kein herkömmliches Alf-Poier-Programm. In der ersten Halbzeit geht es um meine spätjugendliche Eigenauslese vom steirischen Schwammerlsucher und Waldbauernbuben bis hin zum geistigen Querschläger und Dadasophen.

In der zweiten Halbzeit gibt es eine philosophisch-dadaistische Werkschau meines kolossalen künstlerischen Vermächtnisses. Ein gesamtpersönliches Rahmenprogramm zum Wie und Was meines Schaffens.

Sänger, Kabarettist, Maler … In welcher Sparte fühlen Sie sich am meisten zu Hause?

Eigentlich gibt es in meiner künstlerischen Welt nur eine Sparte – die des „eigengemäßen Äußerungswillens“. Dieser äußert sich manchmal in Musik, manchmal in Kabarett und manchmal in bildender Kunst. Zurzeit ist mir Letztere am nächsten, weil sich dadurch mein kurzzeitiges Erscheinen auf diesem Planeten am nachhaltigsten festhalten lässt.

Welche Message wollen Sie mit Ihrer Arbeit Menschen mitgeben?

Natürlich gibt es diese Ziele und Absichten. Allerdings aber ist es eine Illusion zu glauben, dass man eine Massengesellschaft, die permanent von Industrie, Wirtschaft und Staat geistig kontaminiert wird, ändern kann. Trotzdem wird es immer Menschen geben, die den Mut haben, gemäß ihrer Eigen­persönlichkeit zu leben, und die sich mit ihrem Quergeist gegen die Massengesellschaft stellen. Diesen Menschen möchte ich geistigen Beistand leisten.

Alf Poier in zehn, zwanzig Jahren?

Vermutlich werde ich noch immer meinen künstlerischen Herausforderungen anhänglich sein. Vielleicht nicht unbedingt in Österreich. Als Maler und Ninja des DADA scheint mir ein Zweitleben im Ausland plausibel.

Und die nahe Zukunft …?

Abgesehen von der Tournee und diversen Ausstellungen werde ich versuchen, immer mehr in der Gegenwart zu leben und mein Bewusstsein als Künstler und Mensch tiefer zu erforschen, bis ich wieder der sein kann, der ich vor der Geburt war und der ich nach dem Ableben wieder sein werde. Niemand!

Die Welt aus heutiger Sicht in einem Satz …!

Zweng und Zvü is dem Noan sei Zü! (Anm.: Zu wenig und zu viel ist dem Narren sein Ziel.) 

ELISABETH GRABNER

Beitragsbild: Reinhard Mayr

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